Drei Jugendliche vor Mauer machen sich für ihre berufliche Zukunft bereit.

Das Vorstellungsverfahren – im persönlichen Gespräch glänzen.

Deine Bewerbung war erfolgreich und Du wirst zum Vorstellungstermin eingeladen? Dann hast Du die erste Hürde zu Deinem Ausbildungsplatz bereits genommen und es in die zweite Runde geschafft! Der persönliche Vorstellungstermin ist für viele Jugendliche eine neue Herausforderung und dementsprechend groß ist die Anspannung. Du kommst in eine völlig neue und fremde Situation, die Du ganz alleine meistern musst. Auch für erfahrene Erwachsene ist ein Vorstellungstermin eine aufregende Angelegenheit, da in dieser kurzen Zeit die Grundlage für eine sehr wichtige Entscheidung gelegt wird.

Mit Gefühl den Termin meistern
Es ist völlig normal, aufgeregt oder nervös zu sein. Im Gegenteil, wer total entspannt zu seinem Vorstellungsgespräch erscheint, erweckt eher einen seltsamen Eindruck. Denke immer daran, dass Du vom Unternehmen eingeladen wurdest und dass Deine Gastgeber, also die Personalverantwortlichen und Ausbilder*innen, Dich als eventuellen zukünftigen Mitarbeiter betrachten. Du kannst Dir sicher sein, dass Du freundlich und höflich empfangen wirst und dass Dir auch kleine Fehler und Unsicherheiten verziehen werden.

Höflichkeit zählt
Wichtig ist, dass Du auf die allgemeinen Höflichkeits- und Anstandsregeln achtest, Dich ausreichend auf den Termin vorbereitest und sonst einfach Du selbst bist. Selbstverständlich musst Du pünktlich zu Deinem Termin erscheinen, am besten rund 10 Minuten früher. Bei Deiner Anreise baust Du am besten einen großzügigen Zeitpuffer ein, um auf Verzögerungen wie Stau, Busverspätung etc. vorbereitet zu sein. Wenn Du viel zu früh ankommen solltest (mehr als 15 Minuten), wartest Du noch ein bisschen in der Gegend oder gehst spazieren. Das hilft auch gegen Nervosität.

Deine Unterlagen
Habe immer einen Block oder ein Notizbuch und einen Kugelschreiber dabei, um wichtige Dinge sofort mitzuschreiben und/oder Tests, Fragebögen etc. auszufüllen. Auch wenn Du vom Unternehmen sicher Utensilien zur Verfügung gestellt bekommst, machst Du einen guten Eindruck, wenn Du auf alles vorbereitet bist. Nimm auch das Einladungsschreiben bzw. die ausgedruckte Einladungs-E-Mail des Unternehmens mit. Lege alle Deine Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Praktikumsbescheinigung etc.) in Deine Tasche, auch wenn Du sie schon geschickt hast, um auf eventuelle Nachfragen sofort reagieren zu können. Falls Dir ein Personalfragebogen zugeschickt wurde, bringst Du ihn ausgefüllt zum Vorstellungstermin mit. Wichtige Fragen zum Unternehmen und/oder zur Ausbildung notierst Du Dir auf einem Zettel oder Block.

Das Vorstellungsgespräch – Tipps für einen guten ersten Eindruck

So bereitest Du Dich vor

Ein Vorstellungsgespräch findet in Form einer Gesprächsrunde mit Deinen zukünftigen Vorgesetzten statt. Meistens sind ein*e Unternehmens- oder Betriebschef*in, ein*e Personalverantwortliche*r und ein*e Ausbilder*in anwesend. Es findet meistens in einem geräumigen Arbeitszimmer statt. Oft wird Dir auch ein Getränk angeboten oder der Gesprächstisch ist eingedeckt. Wähle am besten ein Glas Wasser, dann bekommst Du beim Sprechen keinen trockenen Mund. Beim Trinken hast Du auch die Möglichkeit, kleine Sprechpausen zum Nachdenken einzulegen. 

Informiere Dich ausführlich über das Unternehmen, das Dich eingeladen hat. Auf der Firmenwebsite im Internet bekommst Du noch einmal einen genauen Einblick. Überlege Dir, welche Fragen Du stellen willst, und sei nicht schüchtern, diese auch im Gespräch anzuwenden. So zeigst Du echtes Interesse und beeindruckst Deine zukünftigen Vorgesetzten. Bevor es losgeht, übe am besten ein Vorstellungsgespräch mit Deinen Freunden oder Eltern. Du kannst auch vor dem Spiegel oder mit Deiner Smartphone-Kamera an Deinem Ausdruck und Deiner Körpersprache feilen. Solche Rollenspiele kosten ein bisschen Überwindung, helfen aber sehr gut gegen Unsicherheit und Lampenfieber.

So erscheinst Du zum Termin

Zu Deinem Vorstellungsgespräch erscheinst Du pünktlich in sauberer und zum angebotenen Ausbildungsplatz passender Kleidung. Das heißt, ein gebügeltes Hemd oder eine Bluse in dezenten Farben und Mustern ist fast immer Pflicht. Falls Du Piercings trägst, überlege, ob Du sie zum Vorstellungsgespräch nicht lieber herausnimmst. 

So verhältst Du Dich richtig

Dass Du während des Vorstellungsgesprächs höflich, interessiert und aufmerksam bist, versteht sich von selbst. Damit aber garantiert nichts schiefgeht, findest Du hier noch einmal die wichtigsten „Benimmregeln“ auf einen Blick:

  • Lächle bei der Begrüßung. Das wirkt sympathisch und hilft über die erste Unsicherheit hinweg.

  • Gib Deiner/Deinem Gesprächspartner*in bei der Begrüßung unbedingt die Hand und siehe ihr/ihm in die Augen. 

  • Versuche, Ruhe zu bewahren und möglichst zwanglos zu sprechen.

  • Merke Dir die Namen Deiner Gesprächspartner*innen und sieze sie. Du kannst Dir die Namen auch schnell und dezent notieren. 

  • Versuche, mit Deiner/Deinem Gesprächspartner*in Blickkontakt zu halten.

  • Sprich laut, klar und deutlich und nicht zu schnell. Lege lieber nach den Sätzen kleine Pausen ein.

  • Lasse Dein Gegenüber immer ausreden und falle niemandem ins Wort. 

  • Versuche, die Arme und Beine nicht zu verschränken, sondern offen und interessiert zu wirken.

  • Frage sofort nach, wenn Du etwas nicht verstehst. Das wirkt nicht dumm, sondern engagiert.

  • Gib im Zweifelsfall lieber offen zu, eine Frage nicht beantworten zu können, als um den heißen Brei herumzureden.

  • Mache während des Vorstellungsgesprächs unbedingt Dein Handy aus und lasse es in Deiner Tasche.

Der Auswahltest – Prüfungssituation zum Abchecken

Bereite Dich gut vor

Auswahltests finden sowohl als Einzeltermin wie auch in kleinen Gruppen statt. In den meisten Fällen bekommst Du bei diesem Termin im Unternehmen einen Testbogen, der Deine Talente und Dein Wissen prüft. Manchmal sind auch kleine Praxisaufgaben dabei. So sehen die Arbeitgeber, ob Du wirklich für den Ausbildungsberuf geeignet bist. Dabei musst Du mit Fragen zum Allgemeinwissen rechnen, aber auch mit Aufgaben, die spezielle Bereiche betreffen. Bewirbst Du Dich für eine kaufmännische Ausbildung, wird wahrscheinlich Dein Rechentalent geprüft. Geht es eher in die handwerkliche Richtung, sind räumliche Vorstellung, Konzentrationsfähigkeit oder logisches Denken gefragt.

Unser Berufsorientierungstest BerufsCheck(me) funktioniert ähnlich wie viele Auswahltests. Damit kannst Du Dich bestens auf Deinen Termin vorbereiten und schon einmal „trainieren“. Auch wenn Du den BerufsCheck(me) schon absolviert hast, kannst Du Dich nochmal durch die Aufgaben klicken. Oder suche im Internet nach entsprechenden Seiten und Beiträgen.

Hier geht es zum BerufsCheck(me)

So verhältst Du Dich beim Test

Dass Du zu Deinem Auswahltest pünktlich erscheinst und Dich höflich und freundlich verhältst, auch eventuellen Mitbewerber*innen gegenüber, ist selbstverständlich. Für alles Weitere haben wir hier einige Tipps für Dich:

  • Erscheine in einem Outfit, das Deinem späteren Beruf entspricht.

  • Mache während des Tests Dein Handy aus.

  • Lies Dir die Aufgabenstellungen genau, konzentriert und vollständig durch.

  • Frage bei Unklarheiten sofort nach.

  • Dir reicht die Zeit nicht? Das ist Absicht und soll Dein Verhalten unter Stress testen – bleibe also ganz entspannt.

  • Beiße Dich nicht an einer schwierigen Aufgabe fest, sondern fange mit den leichteren an. Wenn Du eine oder mehrere Aufgaben nicht schaffst, dann lasse sie weg.

  • Rate nicht wild herum, sondern versuche, jede Aufgabe systematisch zu bearbeiten.

  • Falls Du eine Aufgabe gar nicht bearbeiten kannst, weil Du die Aufgabenstellung nicht verstehst, erkläre dies in einer kurzen Notiz. Das ist besser, als gar nichts hinzuschreiben.

Assessmentcenter – das Auswahlverfahren

Gemeinsam Prüfungen absolvieren

Ein Assessmentcenter ist ein komplexes Auswahl- und Beurteilungsverfahren, mit dessen Hilfe die Personalverantwortlichen im Unternehmen die Eignung der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten einschätzen. Manche Unternehmen nennen das Verfahren auch Auswahlseminar, Auswahlverfahren, Bewerbertag oder Testverfahren. Du kannst es Dir als eine Mischung aus Vorstellungsgespräch und Auswahltest in mehreren, bis zu drei Tage dauernden Runden vorstellen. Dieses Testverfahren wird meistens vom Unternehmen selbst organisiert, manchmal auch mit Unterstützung professioneller externer Berater. Die Beurteilung der Kandidatinnen und Kandidaten kann einzeln oder in Gruppen stattfinden. In den meisten Fällen sind mehrere Bewerber*innen zu einem Termin eingeladen. Mitarbeiter*innen aus der Personalabteilung kümmern sich um den Ablauf und beobachten Dich und Dein Verhalten während des Auswahlverfahrens. Es kommt auch vor, dass sich Unternehmensangehörige als Bewerber*innen in die Gruppe mischen, um sich „getarnt“ ein Bild von Dir und Deinen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern zu machen. Ein Assessmentcenter ist immer eine Kombination aus verschiedenen Prüfungen, Tests, Plan- und Rollenspielen sowie Auswahlgesprächen, die Du (bei einem Gruppentermin) mit den anderen Bewerberinnen und Bewerbern zusammen absolvierst. Sei auch auf ungewöhnliche Herausforderungen oder Überraschungen vorbereitet. Egal, was passiert, bleibe immer souverän und vor allem Du selbst. Gerade beim Assessmentcenter kommt sehr schnell heraus, wer sich verstellt. 

Es gibt verschiedene Arten von Assessmentcentern. Manche Unternehmen laden zu einer nur wenige Stunden dauernden Veranstaltung ein, andere möchten ihre Bewerber*innen möglichst intensiv kennenlernen und organisieren ein dreitägiges Assessmentcenter. 

Bei den meisten Assessmentcentern trifft sich die Bewerbergruppe in einem vorbereiteten Raum im Unternehmen. Du wirst begrüßt und nimmst an einer Tischrunde Platz – entweder wird Dir Dein Platz zugewiesen oder Du darfst Dir selbst einen aussuchen. Wenn Du Dir unsicher bist, fragst Du einfach nach. Bevor Du Platz nimmst, grüßt Du – falls Du nicht die/der Erste bist, in die Runde. Zu Terminbeginn werden alle Bewerber*innen aufgerufen, um die Teilnehmerliste abzuhaken. Oft wird zu Beginn ein Teilnehmerbogen zum Ausfüllen ausgehändigt. Und dann geht es los. Auch wenn Du nicht genau weißt, was auf Dich zukommt – ein gewisser Überraschungseffekt ist von den Unternehmen meistens geplant und erwünscht –, solltest Du ganz entspannt bleiben. Den anderen geht es schließlich genauso wie Dir. Warte am besten neugierig und gespannt auf das, was kommt, verstelle Dich nicht und gib Dein Bestes.

Phasen beim Assessmentcenter

Was genau bei einem Assessmentcenter verlangt wird, variiert je nach Unternehmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, herauszufinden, welche Bewerber*innen am besten zum Unternehmen und den ausgeschriebenen Ausbildungsplätzen passen. Die meisten Assessmentcenter beinhalten vier Themenmodule bzw. vier Phasen, die Du durchläufst. 

Modul 1: Selbstpräsentation
Die erste Phase des Auswahlverfahrens dient dem Kennenlernen. Du stellst Dich in einem kurzen Vortrag selbst vor. Dazu gehören Dein schulischer Werdegang, Deine Interessen, Deine beruflichen Ziele und natürlich Deine Stärken und Talente. Bei Deiner Selbstpräsentation gehst Du auch gleich auf die Ausbildungsstelle, für die Du Dich bewirbst, und das Ausbildungsunternehmen ein. Erwähne kurz und knapp, warum Du Deine Ausbildung genau hier machen möchtest – so, wie Du es in Deinem Bewerbungs- und/oder Motivationsanschreiben getan hast. Ganz wichtig ist auch, wie Du Dich präsentierst – möglichst selbstbewusst und sympathisch. Achte auf Deine Körpersprache, Deine Haltung, Deine Stimme und bleibe möglichst ruhig und gelassen. Suche auch immer den Blickkontakt zu den anderen Teilnehmer*innen und Beobachter*innen. Beantworte alle Fragen ehrlich und direkt und lasse Dich nicht aus der Ruhe bringen. Manche Fragen sollen absichtlich irritieren. Hier geht es nur darum, wie Du damit umgehst. Lasse Dich nicht verunsichern und traue Dich ruhig nachzufragen, wenn Du etwas nicht verstehst.

Modul 2: Übungen
Mit verschiedenen Tests und Übungen versuchen die Veranstalter des Assessmentcenters herauszufinden, welche Kandidatinnen und Kandidaten für die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze am besten geeignet sind. Es können sowohl Tests, die Schulwissen abfragen, als auch Prüfungen, die Fähigkeiten testen, die Du für die Ausbildungsstelle brauchst, stattfinden. Manche Unternehmen bauen auch kleine Praxisübungen ein, wie z. B. die Herstellung eines einfachen Werkstücks. Üblich sind auch Intelligenz- und Konzentrationstests. Ein beliebter Test ist die Postkorbübung, die bei fast allen Assessmentcentern stattfindet. Bei der Postkorbübung wird eine stressige Arbeitssituation nachgestellt. Unter Zeitdruck sollst Du einen vollen E-Mail-Posteingang sinnvoll bearbeiten. Die verschiedenen Eingänge, wie E-Mails, Termine, Notizen, Nachrichten, Checklisten, To-do-Listen etc., sollen strategisch nach Wichtigkeit sortiert werden. Du sollst z. B. entscheiden, was sofort bearbeitet wird, was an einen (imaginären) Kollegen weitergegeben oder später bearbeitet werden kann. Beim Lösen der Aufgabe gibt es kein richtig oder falsch. Du sollst beweisen, dass Du auch in einer extremen Stresssituation Organisationsfähigkeit und Entscheidungsfähigkeit besitzt und einen kühlen Kopf behältst. In einem abschließenden Gespräch musst Du Deine Entscheidungen begründen. Es kommt also nicht (nur) darauf an, die beste Lösung zu finden, sondern zu zeigen, dass man den Mut hat, in kürzester Zeit Entscheidungen zu treffen. Manche Unternehmen wandeln die Postkorbübung auch etwas ab und simulieren eine Stresssituation, die dem realen Arbeitsleben in ihrem Unternehmen besser entspricht. Aber auch hier gilt: ruhig bleiben und mutige, beherzte Entscheidungen treffen. 

Modul 3: Rollenspiele
Beim Rollenspiel geht es nicht um Dein schauspielerisches Talent. In Gruppendiskussionen, nachgestellten Arbeitssituationen oder Fallstudien werden Soft Skills wie Sozialkompetenz, Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen etc. bewertet. Welche Situation Du nachstellen sollst, hängt natürlich vom Ausbildungsplatz ab, für den Du Dich bewirbst. So kann es z. B. vorkommen, dass Du ein Gespräch mit einem kritischen oder aufgebrachten Kunden durchspielen sollst oder dass Du bei einem fachlichen Streitgespräch zweier Arbeitskollegen dazwischengehen sollst. Es kann auch passieren, dass Du einen konkreten Fall aus dem Unternehmen mit Materialien aus dem Arbeitsalltag lösen sollst – das kann sogar eine praktische Aufgabe sein, die Du alleine oder in Gruppenarbeit anpacken musst. Manchmal sollen die Teilnehmer*innen auch gemeinsam eine Situation lösen, die rein gar nichts mit der Arbeitswelt im Unternehmen zu tun hat. 

Bei der fast immer stattfindenden Gruppendiskussion geht es darum, wie Du Dich in einer Gruppe behauptest, ob Du Deine Meinung selbstbewusst vertrittst, ob Du überhaupt zu Wort kommst und ob Du zuhören kannst und andere aussprechen lässt. Meistens wird ein Thema vorgegeben, zu dem jeder eine andere Ansicht vertreten muss. Bei dieser Übung vergleichst Du Dich direkt mit Deinen Konkurrentinnen und Konkurrenten und wirst auch mit heftigen Emotionen oder Streit konfrontiert. Mache Dir immer bewusst, dass es sich um ein „Spiel“ handelt, und spiele Deine Rolle so überzeugend wie möglich. Mit diesem Trick kannst Du Distanz zur oft hitzigen Situation der Gruppendiskussion aufbauen und verhindern, dass Du die Fassung verlierst oder Dich provozieren lässt. 

4. Modul: Feedback
Nach den ganzen Aufgaben-, Test- und Übungsrunden wirst Du nicht einfach nach Hause geschickt. Du erhältst noch ein Feedback, also eine Rückmeldung, von den Assessmentcenter-Betreuer*innen oder den Ausbildungsverantwortlichen. Das kann zuerst in einem lockeren Gespräch mit der ganzen Gruppe geschehen, bei dem jede*r Teilnehmer*in die Chance hat, sich aktiv zu beteiligen. Fast immer folgt darauf ein abschließendes Einzelinterview, bei dem Du einem oder mehreren Gesprächspartnern gegenübersitzt. Die Situation ähnelt der eines klassischen Vorstellungsgesprächs, mit dem Unterschied, dass Deine Gesprächspartner schon ziemlich viel über Dich wissen. Beim Besprechen der Übungsrunden gilt es, auch kritische Anmerkungen und Beurteilungen möglichst selbstbewusst zu meistern. Verpatzte Prüfungen kannst Du vielleicht im Gespräch noch zurechtrücken, indem Du erklärst, warum Du so gehandelt hast. Auch hier gilt es, Mut zu beweisen. Wenn Dir etwas nicht klar ist oder Du mit einer Beurteilung nicht zufrieden bist, fragst Du einfach nach und sagst Deine ehrliche Meinung – selbstverständlich ohne überheblich oder unhöflich zu sein. Du musst auch damit rechnen, dass Deine Stärken und Schwächen, die während des Assessmentcenters aufgefallen sind, zum Thema werden. Gehe ganz offen damit um und sprich es an, wenn die Beurteilung Deiner Meinung nach nicht der Realität entspricht. Das solltest Du dann mit guten Argumenten belegen, z. B. mit Zeugnisnoten oder mit Praxiserfahrungen, die Du bereits gemacht hast. In den meisten Fällen verläuft das Abschlussgespräch in einer entspannten Atmosphäre, da der stressige Prüfungsteil bereits absolviert ist. Versuche auch zum Schluss noch einen guten Eindruck zu hinterlassen, auch wenn Du das Gefühl hast, nicht gut abgeschnitten zu haben. Die tatsächliche Entscheidung, ob Du den Ausbildungsplatz bekommst oder nicht, erfährst Du meistens erst später per Brief.

Bereite Dich vor

Informiere Dich noch einmal genau über den Ausbildungsberuf und das Unternehmen. So bist Du auf mögliche Fragen vorbereitet. Als Übung für bevorstehende Tests machst Du am besten unseren Berufsorientierungstest BerufsCheck(me) – auch wenn Du ihn bereits absolviert hast. Ähnliche Aufgaben können Dir auch im Assessmentcenter begegnen. Vielleicht wirst Du auch aufgefordert, aus dem Stegreif einen Vortrag zu einem bestimmten Thema oder über Dich selbst zu halten. Auch das kannst Du trainieren, indem Du z. B. mit Deinen Eltern oder Freunden übst oder das freie Sprechen alleine vor dem Spiegel trainierst. So kannst Du auch gleich Deine Körperhaltung und -sprache kontrollieren und verbessern. Bereite auf jeden Fall einen Kurzvortrag vor, bei dem Du Dich, Deinen (schulischen) Werdegang, Deine Talente und Interessen vorstellst. Mache Dir erst schriftliche Notizen und übe dann den freien Vortrag. Für die einzelnen Tests und Übungen kannst Du nicht wirklich lernen. Wichtig ist, dass Du Dir bewusst machst, dass das komplette Assessmentcenter eine einzige Prüfung ist und Du Dich zu jeder Zeit unter Beobachtung befindest und bewertet wirst – vom ersten Händedruck bis zur Verabschiedung. Es hilft Dir auch, in den Tagen zuvor verstärkt auf Dein eigenes Verhalten in der Gruppe, Deinen Lehrern gegenüber oder in bestimmten Situationen zu achten. Frage Dich, wie Du auf einen außenstehenden Beobachter wirkst. Sprich auch Deine Eltern und Freunde darauf an, ob Du z. B. selbstbewusst auftrittst oder zu laut oder zu leise sprichst. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die man ändern kann, um eine positive Wirkung zu erzielen.

So verhältst Du Dich am Assessmenttag

Im Assessmentcenter zählt der Gesamteindruck, den Du machst. Dazu gehört natürlich auch, dass Du pünktlich und in ordentlicher Kleidung erscheinst: Gebügeltes Hemd oder Bluse in dezenten Farben und Mustern sowie eine ordentliche Hose oder ein ordentlicher Rock bzw. ein Kleid sind absolut Pflicht. Damit hast Du bereits die ersten Pluspunkte gesammelt. Block und Stifte sowie etwas zu trinken und ein paar Snacks (vor allem bei längeren Auswahlrunden) solltest Du auch in Deiner Tasche mit dabeihaben. 

Weitere Tipps für Deinen erfolgreichen Assessmenttag haben wir hier für Dich:

  • Sei immer aufmerksam und konzentriert, auch in vermeintlichen Leerlaufzeiten.

  • Sei nicht allzu zurückhaltend. Gerade in Gruppendiskussionen oder bei Teamaufgaben wird getestet, ob Du Dich einbringst oder ob Du Dich schnell einschüchtern lässt.

  • Sei aber auch nicht zu dominant und unterbrich Deine Mitbewerber nicht.

  • Vertritt Deine Meinung und lasse Dich nicht (leichtfertig) von anderen beeinflussen.

  • Bleibe Deinem Standpunkt treu, wenn Du davon überzeugt bist, lasse Dich aber auch von anderen Ideen/Lösungen inspirieren, wenn Du glaubst, dass diese besser sind.

  • Benimm Dich immer fair und kooperativ Deinen Mitbewerbern gegenüber.

  • Lästere niemals über andere Kandidaten und behandle alle gleich freundlich.

  • Zeige sowohl Engagement, Ehrgeiz als auch Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft. 

  • Sei souverän, spontan, überzeugend und sympathisch.

  • Unterstreiche Deine Stärken und betone sie, stehe aber auch zu Deinen Schwächen und sprich sie ehrlich an.

  • Verstelle Dich nicht und bleibe auch in stressigen Situationen Du selbst.

  • Bleibe auch in herausfordernden Situationen freundlich und gelassen – auch Deinen Mitbewerbern gegenüber.

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