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Duale Ausbildung

Duale Ausbildung – ein weltweites Erfolgsmodell

In Deutschland ist die duale Ausbildung eine sehr weit verbreitete Form der Berufsausbildung und gilt als „Prunkstück“ des deutschen Bildungssystems. Auch auf internationaler Ebene findet das duale Ausbildungssystem Beachtung und genießt große Anerkennung.

Da die duale Ausbildung überwiegend in einem Unternehmen stattfindet, wird sie auch betriebliche Ausbildung genannt. Wer eine solche Ausbildung macht, ist ein/-e Auszubildende/-r (Kurzform: Azubi). Azubis werden in manchen Betrieben auch noch als Lehrlinge (vom Begriff „Lehrstelle“ statt „Ausbildungsplatz“) bezeichnet.

Theorie und Praxis – Lernen an zwei Orten

„Dual“ bedeutet, dass die Ausbildung an zwei verschiedenen Lernorten stattfindet: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. In den Unternehmen läuft die Ausbildung nach vorab definierten und klar strukturierten Ausbildungsplänen ab. Als Azubi bist Du in den normalen Arbeitsalltag im Ausbildungsunternehmen integriert und eignest Dir dadurch schnell praktische Fertigkeiten an. Angeleitet von Deinen Ausbildern bzw. Ausbildungsverantwortlichen übernimmst Du, je nach Kenntnisstand und Können, sowohl Aufgaben, die den laufenden Betrieb unterstützen als auch Übungsarbeiten, an denen Du Dich ausprobieren kannst. In den meisten Betrieben durchläufst Du während Deiner Ausbildung mehrere Abteilungen und lernst so unterschiedliche Arbeitsplätze und Tätigkeiten kennen.

In der Berufsschule wird der vorwiegend theoretische Teil der Ausbildung vermittelt. Üblicherweise besuchst Du den Unterricht an 1 bis 2 Tagen in der Woche. In manchen Fällen findet der Berufsschulunterricht auch als (mehrwöchige) Blockveranstaltung statt.

Unterrichtsinhalte an der Berufsschule

In der Berufsschule werden Dir, je nach Ausbildungsberuf, fachbezogene theoretische Inhalte vermittelt. Diese werden vor allem in handwerklichen und technischen Ausbildungsgängen durch praktischen Unterricht in der Lehrwerkstatt ergänzt. Daneben hast Du Unterricht in den allgemeinbildenden Fächern Deutsch, Politik, Religion und manchmal auch Sport. Der Besuch der Berufsschule ist für die Zeit Deiner Ausbildung Pflicht – zumindest bis zum Ende des Schuljahrs, in dem Du das 21. Lebensjahr vollendest, und in manchen Fällen auch darüber hinaus. Wenn Du als Azubi eine Hochschulzugangsberechtigung hast, gibt es gesonderte Vorgaben, da Du die in Bayern geltende Schulpflicht von insgesamt 12 Jahren bereits absolviert hast.

Voraussetzungen für eine duale Ausbildung

Es gibt keine rechtlichen Vorgaben, mit welchen Voraussetzungen Du eine duale Ausbildung beginnen darfst. Grundsätzlich ist für das Erlernen eines Berufs nach dem dualen System auch kein bestimmter Schulabschluss erforderlich. In der Praxis sieht es aber anders aus: Die meisten Ausbildungsunternehmen legen selbst fest, welche Mindestanforderungen sie von Dir als zukünftigen Auszubildenden erwarten – und dazu gehört fast immer ein (mittlerer) Schulabschluss. In manchen Fällen werden auch gute Noten in bestimmten Fächern und/oder ein höherer Schulabschluss von Dir verlangt.

Dauer der dualen Ausbildung

Die Ausbildungsdauer ist in der Ausbildungsordnung geregelt und variiert zwischen 2,0 und 3,5 Jahren. Mit einem guten Schulabschluss, längerer einschlägiger Berufserfahrung oder guten Leistungen während der Ausbildung kannst Du Deine Ausbildungszeit sogar verkürzen. Umgekehrt können schlechte Leistungen ggf. zu einer Verlängerung der Ausbildungsdauer führen.

Prüfungen und Abschlüsse

Während einer dualen Ausbildung musst Du normalerweise zwei offizielle Prüfungen ablegen. Die Zwischenprüfung erfolgt in der „Halbzeit“ Deiner Ausbildung und fragt ab, was Du bisher alles gelernt hast und zeigt Dir, wo Du mit Deinen Leistungen stehst. Am Ende Deiner Ausbildung steht die Abschlussprüfung – die immer mindestens aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Bei handwerklichen, technischen oder sehr praxisorientierten Berufen legst Du zusätzlich noch eine praktische Prüfung ab – meistens in Form eines Werkstücks. Organisiert und abgenommen werden die Prüfungen von der zuständigen Stelle, wie der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer. Je nach Prüfungsordnung wirst Du von Deinem Ausbildungsbetrieb zur Abschlussprüfung angemeldet oder Du meldest Dich selbst an. Mit dem Bestehen der Abschlussprüfung ist Deine Ausbildung beendet und Du erhältst drei Zeugnisse: das Zeugnis vom Ausbildungsbetrieb, das Berufsschulzeugnis und das Abschlusszeugnis bzw. den Gesellenoder Facharbeiterbrief. Bei Nichtbestehen kannst Du die Abschlussprüfung bis zu zwei Mal wiederholen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Mit der bestandenen Abschlussprüfung hast Du Deinen Berufsabschluss in der Tasche und arbeitest als qualifizierte Fachkraft weiter – entweder bei Deinem Ausbildungsunternehmen oder auch in einem anderen Betrieb. Um Deine berufliche Karriere voranzutreiben, stehen Dir vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. In handwerklichen Berufen kannst Du beispielsweise Deinen Meister oder Techniker machen, als Absolvent einer kaufmännischen oder technischen Ausbildung kannst Du Dich z. B. zum (technischen) Fachwirt und anschließend sogar zum (technischen) Betriebswirt fortbilden. Bei entsprechender Qualifikation (Hochschulzugangsberechtigung, Fachhochschulzugangsberechtigung oder berufliche Qualifikation und Berufspraxis) kannst Du auch studieren. Erkundige Dich auch bei Deinem Arbeitgeber nach betriebsinternen Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Viele Weiterbildungsmaßnahmen setzen nicht nur eine betriebliche Berufsausbildung voraus, sondern fordern zusätzlich Berufserfahrung zwischen einem und fünf Jahren. Da die Voraussetzungen variieren, solltest Du Dich vorab gut über Deine Weiterbildungsmöglichkeiten informieren – sowohl bei Deinem Arbeitgeber als auch bei den zuständigen Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Fachschulen und privaten Bildungsträgern.

Ausbildungsvergütung

Einige Unternehmen in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie zahlen eine Ausbildungsvergütung nach Tarifvertrag, den die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerseite in Bayern ausgehandelt haben. Demnach verdienst Du als Auszubildender im ersten Ausbildungsjahr 992 € pro Monat, im zweiten Ausbildungsjahr 1.045 € pro Monat, im dritten Ausbildungsjahr 1.112 € pro Monat und im vierten Ausbildungsjahr 1.157 € pro Monat (gültig bis 31.12.2017). Bei Unternehmen, die nicht an den Tarifvertrag gebunden sind, kann die Vergütung abweichen. Sie müssen Dir aber auf jeden Fall eine angemessene Vergütung zahlen.

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