Jugendliche sitzt auf einer Treppe und denkt an ihre Rechte und Pflichten in der Ausbildung.

Deine Rechte und Pflichten.

Was darfst Du, was musst Du?

Mit Beginn der Ausbildung bist Du kein*e Schüler*in mehr, sondern Azubi. Dadurch ändert sich auch Dein rechtlicher Status. Du hast bzw. Deine Eltern haben einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet, der Dich in gewisser Weise an das entsprechende Ausbildungsunternehmen bindet – mit Rechten und Pflichten. Diese sind gesetzlich festgelegt, z. B. im Berufsbildungsgesetz, im Jugendarbeitsschutzgesetz oder in der Handwerksordnung.

Hier findest Du zur Orientierung eine Übersicht Deiner Rechte und Pflichten.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Ausführliche Informationen gibt es auch beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Deine Rechte

Angemessene Vergütung. Als Azubi hast Du das Recht auf eine monatliche Vergütung. Diese gilt auch für die Zeit, in der Du am Berufsschulunterricht oder an überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen teilnimmst. 

Ordnungsgemäße Ausbildung. Der Ausbildende muss dafür sorgen, dass der auszubildenden Person die beruflichen Kenntnisse und Handlungsfähigkeiten vermittelt werden, die für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung erforderlich sind. 

Arbeiten nur für das Ausbildungsziel. Offensichtlich ausbildungsfremde Aufgaben müssen Auszubildende nicht ausführen. 

Kostenlose Ausbildungsmittel. Als Auszubildende*r sind Dir die Ausbildungsmittel, also vor allem Werkzeuge und Werkstoffe kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dies betrifft gegebenenfalls auch eine Sicherheitsausrüstung. Dies gilt insbesondere für Ausbildungsmittel, die zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen benötigt werden. 

Freistellung für Ausbildungsmaßnahmen. Der ausbildende Betrieb hat Dich nach dem BBiG für den Berufsschulunterricht bzw. für alle vorgeschriebenen Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte freizustellen. Dies gilt auch für schulische Aktivitäten außerhalb der Unterrichtszeit, beispielsweise für Betriebsbesichtigungen. 

Besondere Kündigungsmöglichkeit. Wenn Du die Berufsausbildung aufgeben oder Dich für eine andere Tätigkeit ausbilden lassen möchtest, gestattet Dir das BBiG, jederzeit das Ausbildungsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen schriftlich und unter Angabe des Grundes zu kündigen. 

Auslandseinsatz. Seit 2005 ist es möglich, dass Du einen Teil Deiner Ausbildung im Ausland, beispielsweise in einem ausländischen Tochterunternehmen, absolvierst. Darüber sollten sich beide Seiten gegebenenfalls verständigen und dies auch im Ausbildungsvertrag schriftlich festhalten. Einen Rechtsanspruch auf einen Auslandseinsatz hast Du jedoch nicht.  

Anspruch auf ein Zeugnis. Nach dem BBiG ist Dir am Ende der Ausbildung zumindest ein einfaches Zeugnis auszustellen, auf Dein Verlangen hin auch ein qualifiziertes Zeugnis. Dies bedeutet, dass auch das betriebliche Verhalten und die Leistung zu beurteilen sind. 

Urlaubsanspruch. Während Deiner Berufsausbildung hast Du Anspruch auf bezahlten Urlaub. Du musst jedoch bei Deiner Urlaubsplanung darauf achten, längere Urlaube in die Ferienzeit zu legen, da die Schulpflicht auch mit genehmigtem Urlaub weiter besteht. Die Dauer Deines gesetzlichen Jahresurlaubs richtet sich nach Deinem Alter während der Ausbildung. 

  • Unter 16-Jährige: mindestens 30 Werktage (bezogen auf eine Woche mit 6 Werktagen)
  • Unter 17-Jährige: mindestens 27 Werktage (bezogen auf eine Woche mit 6 Werktagen) 
  • Unter 18-Jährige: mindestens 25 Werktage (bezogen auf eine Woche mit 6 Werktagen)
  • Erwachsene Auszubildende: mindestens 24 Werktage (bezogen auf eine Woche mit 6 Werktagen) 

Im Ausbildungsvertrag kann ein darüber hinausgehender Urlaubsanspruch vereinbart werden.

Deine Pflichten

Lernpflicht. Als Auszubildende*r ist Deine Hauptpflicht die Lernpflicht. Das bedeutet, dass Du Dich nach besten Kräften – körperlich und geistig – um das Erlernen des von Dir gewählten Berufs bemühen musst, auch im Hinblick auf den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. 

Sorgfaltspflicht. Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) hast Du als Azubi die Dir aufgetragenen Aufgaben sorgfältig auszuführen. Dazu gehört auch das ordnungsgemäße Führen schriftlicher Ausbildungsnachweise (Berichtsheft), die fast alle Ausbildungsordnungen vorschreiben. 

Teilnahmepflicht. Nach BBiG besteht für Dich die Pflicht, an den Ausbildungsmaßnahmen, für die Du freigestellt wirst, teilzunehmen. Die Pflicht zum Besuch der Berufsschule sehen auch die Schulgesetze der Bundesländer vor. Übrigens: Als Auszubildende*r bist Du verpflichtet, Deinem Ausbilder im Betrieb Dein Berufsschulzeugnis vorzulegen. 

Weisungen Folge leisten. Du hast den Weisungen zu folgen, die Dir im Rahmen der Berufsausbildung von Deinen Ausbilder*innen oder anderen weisungsberechtigten Personen erteilt werden. Die weisungsberechtigten Personen sollten Dir mit Beginn der Ausbildung vorgestellt werden. 

Einhalten der Betriebsordnung. Du hast die für die Ausbildungsstätte geltende Ordnung zu beachten. Diese kann zum Beispiel ein Rauchverbot wie auch allgemeine Vorschriften zum Betreten bestimmter Räume beinhalten. Dazu gehört auch das Gebot, Schutzkleidung zu tragen. 

Pfleglicher Umgang mit Ausbildungsmitteln. Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen musst Du nach dem BBiG pfleglich behandeln. Das gilt auch für Werkzeuge und Werkstoffe, welche Du zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen kostenlos gestellt bekommst. 

Krankheitsmeldung. Ein Fernbleiben von der Ausbildung hast Du unverzüglich zu melden und bei Krankheit eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen. 

Pflicht zur Verschwiegenheit. Du bist nach dem BBiG verpflichtet, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren. Dies gilt insbesondere gegenüber Konkurrenzbetrieben.

Dresscode am Arbeitsplatz – Deine Arbeitskleidung

An Deinem Arbeitsplatz musst Du Dich nach den firmeninternen Kleidungsregeln richten. Diese Regeln können von Betrieb zu Betrieb stark variieren. Für bestimmte Tätigkeitsbereiche ist etwa das Tragen von Schutzkleidung gesetzlich oder von einer Berufsgenossenschaft vorgeschrieben. Dazu gibt es in vielen produzierenden Betrieben einheitliche Arbeits-Outfits, oft mit Logo-Branding. Generell gilt, auch für Bürojobs: Verschaffe Dir am Anfang einen Überblick über geltende – auch unausgesprochene – Dresscodes.

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