Jugendliche unterhalten sich über ihr Gehalt in der Ausbildung.

Vergütung und Versicherungen.

Die Ausbildungsvergütung

Mit Beginn Deiner Ausbildung erhältst Du auch ein Gehalt bzw. eine Ausbildungsvergütung. Die Höhe richtet sich nach Deinem Alter und der Dauer der Berufsausbildung. In manchen Unternehmen gilt eine verbindliche Tarifvereinbarung, die auch die Vergütungssätze im Ausbildungsvertrag regelt. Grundsätzlich ist die Vergütung so zu bemessen, dass sie mindestens jährlich ansteigt. Sie muss spätestens am letzten Arbeitstag des Monats gezahlt werden. Das Unternehmen muss die Vergütung auch für die Zeit der Freistellung für den Berufsschulunterricht und für Prüfungen weiterzahlen sowie grundsätzlich bis zu sechs Wochen im Krankheitsfall oder beim Ausfall der Ausbildung. Auch während des gesetzlichen Jahresurlaubs wird die Ausbildungsvergütung weitergezahlt.

Gutes Geld

Über die gesamte Ausbildungszeit verdienst Du als Auszubildende*r in der Metall- und Elektroindustrie in Bayern im Durchschnitt rund 1.111 Euro im Monat. Das ist deutlich mehr als in anderen Branchen. Für Dich bedeutet dies mehr wirtschaftliche Selbstständigkeit und damit ein Plus an Lebensqualität. Da sich die Vergütungen in den verschiedenen Ausbildungsberufen stark unterscheiden, zeigen wir Dir hier beispielhaft die Ausbildungsvergütungen in zehn ausgewählten Berufen.

Aktuelle Ausbildungsvergütung in der Metall- und Elektroindustrie in Euro

Einige Unternehmen in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zahlen eine Ausbildungsvergütung nach Tarifvertrag, den die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerseite in Bayern ausgehandelt haben. Demnach verdienst Du als Azubi – egal welchen Ausbildungsberuf Du erlernst – im ersten Ausbildungsjahr 1.035 € pro Monat, im zweiten Ausbildungsjahr 1.089 € pro Monat, im dritten Ausbildungsjahr 1.160 € pro Monat und im vierten Ausbildungsjahr 1.207 € pro Monat (gültig bis 31.03.2020).

Die Krankenversicherung

Als Schüler*in bist Du in den meisten Fällen über Deine Eltern bzw. Deine gesetzlichen Vertreter*innen versichert. Als Azubi bist Du versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Damit bist Du im Falle einer Erkrankung abgesichert und anfallende Kosten für medizinische Maßnahmen werden weitgehend übernommen (bzw. die Kosten, die von der jeweiligen Krankenkasse übernommen werden). Bei welcher Krankenkasse Du Dich versichern lassen möchtest, entscheidest Du selbst. Dein*e Ausbildende*r muss Dich aber zu Ausbildungsbeginn bei einer gesetzlichen Krankenversicherung anmelden. Nach Ausbildungsbeginn hast Du 14 Tage Zeit, Deine*n Ausbildende*n über Deine Entscheidung zu informieren. Ansonsten wirst Du automatisch bei Deiner bisherigen Krankenkasse angemeldet. Informiere Dich besser rechtzeitig über die Angebote und Leistungen der verschiedenen Krankenkassen. Allerdings unterscheiden sich die meisten Anbieter nur in wenigen Punkten, beispielsweise in der Übernahme von Kosten für alternative Heilmethoden etc. Der Beitragssatz beträgt 15,5 Prozent Deines Bruttolohns zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitrags von durchschnittlich 1,1 Prozent.

Die Unfallversicherung

Arbeitnehmer und Auszubildende sind ab ihrem ersten Arbeitstag in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert. Den Schutz durch die Versicherung genießt Du an Deinem Arbeitsplatz im Unternehmen und auf dem direkten Arbeitsweg. Wirst Du von Deinem Ausbildungsunternehmen ins Ausland entsendet, bleibt der Versicherungsschutz grundsätzlich bestehen.
Um die Organisation und Anmeldung musst Du Dich nicht selbst kümmern. Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, Dich beim zuständigen Träger zu melden. Auch für die Beitragszahlung und das Melden eines Versicherungsfalls ist der Arbeitgeber zuständig. Wenn Dir direkt am Arbeitsplatz ein Unfall passiert oder Du Dich verletzt, wird der Vorfall vom/von der Ausbildenden oder von Deiner/-m Vorgesetzten weitergegeben. Deine Aufgabe besteht lediglich darin, ein Formular zum Unfallhergang (zusammen mit Deiner/-m Ausbildenden auszufüllen und zu unterschreiben. Passiert Dir etwas auf dem Arbeitsweg, gilt es ein paar Dinge zu beachten.

Versicherungsschutz auf dem Arbeitsweg 
Grundsätzlich sind nicht nur Unfälle direkt am Arbeitsplatz oder in der Schule in den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz einbezogen. Auch Unfälle, die Dir auf den Wegen dorthin oder wieder zurück passieren (sogenannte Wegeunfälle), sind von dem Schutz der Unfallversicherung gedeckt. Anders als bei einem Freizeitunfall wird der Versicherungsschutz nicht von Deiner Krankenkasse, sondern durch die Berufsgenossenschaft (BG) gewährt.

Lieber nicht vom Weg abkommen! 
Es gibt strenge Richtlinien, was genau ein Arbeitsunfall auf dem Arbeitsweg ist. Trotzdem kommt es immer wieder zu unstimmigen Situationen, die dann sogar vor Gericht entschieden werden müssen. Dies fängt schon bei der Definition des Arbeitswegs an. Als Arbeitsweg gilt immer nur der direkte Weg zwischen Arbeitsplatz und Wohnort. Das muss nicht immer der kürzeste Weg sein, beispielsweise bei Stau oder Umleitungen. Verlässt Du aber Deinen Arbeitsweg, um private Dinge zu erledigen, wie einkaufen, tanken, jemanden abholen oder besuchen, dann bist Du in dieser Zeit und auf diesen Strecken nicht mehr durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Informiere Dich darüber bei Deinem Arbeitgeber oder bei der Berufsgenossenschaft!

Gibt es einen spürbaren Unterschied zwischen Freizeit- und Arbeitsunfall? 
Ja, und zwar sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber. Schon die Definition des Unfalls ist bei der privaten Versicherung eine andere als bei der gesetzlichen Unfallversicherung. Grundsätzlich gilt: Die Ansprüche der gesetzlichen Unfallversicherung gehen vor. Wer einen Arbeits- oder Wegeunfall erleidet, muss die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung in Anspruch nehmen – und die deckt in den meisten Fällen auch mehr Bereiche ab als die private Versicherung. Dies wirkt sich besonders dann aus, wenn ein Unfallereignis Folgen mit sich führt und der Arbeitnehmer langfristig ausfällt, auf finanzielle Hilfe angewiesen ist oder eine Umschulung etc. benötigt. Auch Reha-Maßnahmen und Hilfsmittel werden nach einem anderen System gewährt und zur Verfügung gestellt. Grundsätzlich sind bei einem Arbeitsunfall alle Ansprüche gesetzlich genau geregelt – dafür gibt es sogar ein eigenes Gesetzbuch.

Was ist zu tun, wenn es passiert? 
Damit Du für alle Fälle gerüstet bist und auf jeden Fall das Richtige tust, wenn Dir auf dem Arbeitsweg etwas passiert, musst Du ein paar wichtige Dinge beachten.

  • Unfall sofort melden! Informiere so schnell wie möglich Deinen Arbeitgeber und erwähne explizit, dass Du auf dem Arbeitsweg verunfallt bist. Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, den Unfall bei der Berufsgenossenschaft zu melden. Stelle sicher, dass er dies auch zuverlässig tut. Du musst auch eine Unfallanzeige ausfüllen, mit den genauen Daten und dem Hergang des Unfalls.

  • Durchgangsarzt aufsuchen! Dies ist ein besonders ausgestatteter Chirurg oder Orthopäde mit unfallmedizinischer Erfahrung. Andere Ärzte wie Hausärzte oder Allgemeinmediziner sind verpflichtet, den/die Verletzte*n dort vorzustellen. Auf der Internetseite der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) können Versicherte nach einem 

  • Durchgangsarzt in der Nähe suchen.

  • Beweise aufheben! Damit Du im Falle einer Anzweiflung auf der sicheren Seite bist, solltest Du alle Informationen zum Unfallhergang sammeln und Schäden (Verletzungen sowie Sachschäden) mittels Fotos dokumentieren und eventuelle Zeugen notieren.

  • Besser nachfragen! Wenn Du unsicher bist, ob Du alles richtig gemacht hast, frag lieber mehrmals nach – es geht schließlich um Deine Gesundheit und die Absicherung Deiner Zukunft. Sowohl Dein Arbeitgeber als auch behandelnde Ärzte oder die Berufsgenossenschaft direkt helfen Dir gerne weiter.

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