Die erfolgreiche Bewerbung schreiben

Bewerbungstipps

Du hast passende Ausbildungsstellen in der Metall- und Elektroindustrie gefunden? Super, dann brauchst du nur noch deine Bewerbungsunterlagen. Das ist ganz einfach.
Wir zeigen dir praktische Bewerbungstipps und einige Muster für deine Bewerbungsschreiben. Damit klappt es für dich bestimmt.

Das Anschreiben ist der Brief (oder die E-Mail), mit dem du dich vorstellst. Es ist also die Einleitung für deine Bewerbungsunterlagen. Du solltest schon im Anschreiben besonders überzeugend sein und die Arbeitgeber neugierig auf deine Bewerbungsunterlagen machen.
In deinem Bewerbungs-Anschreiben zeigst du, was dich an der Ausbildung interessiert, welche Kenntnisse du hast und warum du genau richtig dafür bist. Oft hilft dir beim Schreiben deiner Bewerbung ein Blick auf das Stellenangebot, auf das du dich bewirbst. Hier findest du alles, was die Arbeitgeber von dir wissen möchten.

So geht’s:
Überlege dir vor dem Schreiben deiner Bewerbung Antworten auf folgende Fragen und fasse die besten in deinem Bewerbungsanschreiben zusammen

  • Was interessiert dich an diesem Beruf? Warum schickst du deine Bewerbung?
  • Wie passen die Inhalte der Ausbildung zu deinen Interessen?
  • Warum möchtest du gerade in diesem Unternehmen arbeiten?
  • Welche Erfahrungen bringst du mit? (Betriebspraktika, Ferienjob, Ehrenamt, Schulnoten)
  • Was du auch schreibst: Zeig dich von deiner besten Seite. Die Arbeitgeber sollen merken, dass du die Ausbildung wirklich machen möchtest.

Das Knifflige an Bewerbungs-Anschreiben: Beschränke dich auf maximal eine DIN-A4-Seite. Also musst du dich kurz fassen, damit alles Platz findet, was in einem Anschreiben stehen muss:

  • deine Adresse
  • die Empfängeradresse
  • Datum und Betreffzeile (z. B. „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als …“)
  • der Text, mit einer namentlichen Anrede deiner Ansprechpartner am Anfang
  • ein Abschlusssatz (z. B. „Ich freue mich auf eine Antwort von Ihnen“) und ein Gruß
  • deine Unterschrift
  • eine Liste der Anlagen

Beim Anschreiben „schummeln“ und eine kleine Schrift oder winzige Seitenränder verwenden ist aber nicht drin: Achte beim Schreiben deiner gesamten Bewerbungsunterlagen auf eine leserliche Schriftgröße (z. B. Arial, Schriftgröße 11, oder Times New Roman, Schriftgröße 12) und eine klare Gliederung mit Seitenrändern, z. B. links 2,5 cm, rechts 1 cm, oben und unten je 2 cm.


Wie Anschreiben aussehen können, zeigen dir unsere Muster
Muster-Anschreiben
Muster 1: Bewerbungs-Anschreiben einer Hauptschülerin
Muster-Anschreiben
Muster 2: Bewerbungs-Anschreiben eines Realschülers

Das Deckblatt ist eine Einleitungsseite für deine Bewerbung, die du als „Seite 1“ verwenden kannst – aber nicht musst. Wenn du ein Deckblatt gestalten möchtest, solltest du Folgendes beachten:

  • Schreibe auf das Deckblatt eine Überschrift, z. B. „Bewerbung“.
  • Nenne den Ausbildungsberuf, z. B. „Bewerbung um eine Ausbildungsstelle als …“.
  • Denk an deinen Namen und die Kontaktdaten (Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) auf dem Deckblatt.
  • Setze dein Foto ein (wenn du kein Deckblatt für deine Bewerbungsunterlagen verwendest, kommt das Bild auf Seite 1 im Lebenslauf).

Unser Muster zeigt dir, wie ein Deckblatt aussehen kann:
Muster-Deckblatt
Muster: Deckblatt für eine Bewerbung

Wer du bist und was du bereits gemacht hast, erfahren die zukünftigen Arbeitgeber aus deinem Lebenslauf. In deiner Bewerbung ist der Lebenslauf damit fast am wichtigsten. In den meisten Fällen genügt es, wenn du für deine Bewerbung einen Lebenslauf in tabellarischer Form schreibst. Achte beim Lebenslauf-Schreiben darauf, dass du deine Daten chronologisch ordnest. Außerdem sollte jeder Lebenslauf lückenlos folgende Informationen über dich enthalten:

  • Name
  • Geburtsdatum und -ort
  • Anschrift
  • Angaben zu deiner Schulausbildung. Achtung: Nach EU-Norm fängst du im Abschnitt Schulbildung mit der Gegenwart an
  • eventuelle Wehr- oder Ersatzdienstzeiten
  • absolvierte Praktika
  • ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Führerschein(e), falls vorhanden
  • besondere Kenntnisse, z. B. Computerprogramme oder Fremdsprachen

Wichtig: Belege die Angaben, die du im Lebenslauf machst. Füge deinen Bewerbungsunterlagen also z. B. Kopien vom Schulzeugnis als Anhang bei.
Hast du ein Hobby oder Talent, das dich besonders für deinen Ausbildungsberuf auszeichnet? Dann erwähne das im Lebenslauf unter dem Punkt „Hobbys“ oder im Anschreiben.

Auf dem Lebenslauf hat auch dein Bild seinen Platz: oben rechts auf der ersten Seite. Alternativ kannst du ein Deckblatt gestalten, eine Art „Einleitungsseite“, und dein Foto hier aufkleben. Wenn du dazu Fotoecken verwendest, kannst du das Bild auch öfter für deine Bewerbungsunterlagen verwenden. Achte aber darauf, dass du das Foto auf der Rückseite mit deinem Namen beschriftest. So geht es garantiert nicht verloren.

Am Ende deines Lebenslaufs stehen das aktuelle Datum und deine volle Unterschrift – also Vor- und Nachname.

Wie ein fertiger Lebenslauf aussehen kann, zeigen dir unsere Muster:

Muster-Lebenslauf

Muster 1: Lebenslauf einer Hauptschülerin

Muster-Lebenslauf

Muster 2: Lebenslauf eines Realschülers

Nach neuesten Bewerbungsregeln ist ein Foto in deinem Lebenslauf kein „Muss“ mehr. Allerdings solltest du dich deinen zukünftigen Chefs gleich in deiner Bewerbung mit Foto zeigen: Ein Bild von dir sollte in deinen Bewerbungsunterlagen niemals fehlen.
Keine Sorge, für ein gutes Bewerbungs-Foto brauchst du kein Model-Shooting. Es sind nur ein paar Kleinigkeiten, und schon siehst du auf dem Bild richtig gut aus:

Achte darauf, dass das Bewerbungs-Foto aktuell ist: Älter als sechs Monate sollte das Bild nicht sein. Dein zukünftiger Arbeitgeber soll dich ja auch erkennen können.

Lass einen Profi an die Kamera. Ein Fotograf hat die passende Technik und weiß, wie er dich perfekt in Szene setzt.

Achte auf saubere Klamotten, die zu deinem Beruf passen: Wenn du dich für kaufmännische Berufe bewirbst, sind Hemd oder Bluse ein Muss, für Mechaniker sind Poloshirts noch o.k.

Die „dritte Seite“ oder „Motivationsseite“ ist kein Muss, Bewerbungsunterlangen sind auch ohne die „Seite 3“ vollständig. Wenn du eine Motivationsseite schreiben möchtest, hast du hier die Möglichkeit, zusätzliche Informationen über dich und dein Können zu zeigen.

Die „Dritte Seite“ – so geht’s:

Beginne mit der Motivationsseite für deine Bewerbung mit einer Überschrift, die neugierig macht, z. B.:

  • „Was Sie über mich wissen sollten“
  • „Über mich“ oder „Mehr über mich“
  • „Meine Motivation“

Den Text der „Seite 3“ solltest du so schreiben, dass du kleine Absätze zusammenfassen kannst. Diese kennzeichnest du mit Zwischenüberschriften:

  • „Meine beruflichen Ziele“
  • „Meine prägenden Erfahrungen“

Muster Seite 3

Ein Muster für eine Bewerbung mit „Dritter Seite“ kannst du hier ansehen:
MusterMotivationsseite

Alles, was du in deinem Lebenslauf oder deinem Bewerbungs-Anschreiben anführst, solltest du mit Zeugnissen und Bescheinigungen in den Anlagen beweisen. Das heißt:

  • Bei deiner Bewerbung darf das letzte Schulzeugnis als Anlage keinesfalls fehlen.
  • Wenn du bereits ein Praktikum oder andere Berufserfahrungen (z. B. Nebenjobs) gemacht hast, schicke einen Nachweis oder eine Arbeitsbeurteilung im Anhang mit.
  • Kennst du unseren Berufseignungstest? Da bekommst du ein Zertifikat mit deinem Testergebnis. Das zeigt, wo deine Stärken liegen, und macht einen super Eindruck als Anlage in deiner Bewerbung.

Wichtig ist hier: Immer Kopien machen und niemals die Originale verschicken.

Vielleicht fragst du dich, welchen Weg du für deine Bewerbung wählen sollst: die klassische Mappe offline verschicken, also per Post oder online per E-Mail. Oft nimmt dir die Stellenanzeige die Entscheidung ab: Dort schreiben viele Unternehmen, wie sie deine Bewerbungsunterlagen haben möchten. Diesen Wunsch solltest du berücksichtigen.

Die ersten Schritte sind bei online und offline Bewerbungen gleich: Du schreibst auf dem Computer den Lebenslauf und das Bewerbungsanschreiben, wenn du möchtest, noch ein Deckblatt und die „Seite 3“ (auch „Motivationsschreiben“ genannt).

Für die klassische offline Bewerbung legst du das alles mit deinen Zeugniskopien zusammen in eine saubere Bewerbungsmappe.

Für deine Online-Bewerbung speicherst du die Daten am besten als PDF (z. B. mit dem kostenlosen Programm „Open Office Writer“). Dazu kommen noch Scans von deinen Zeugnissen und alle anderen Anlagen. Achte dabei auf eine gute Qualität, damit alles lesbar ist. Wenn du nicht weißt, wie das geht, frag doch deine Freunde oder Lehrer. Sie helfen dir sicher gern dabei.

Und egal, ob auf E-Mail- oder Offline-Bewerbung: 100 % fehlerfrei und sauber sollten deine Bewerbungsunterlagen immer sein.

Vor allem größere Firmen haben oft ein eigenes Bewerbungs-Formular im Internet. Hier gilt die Regel: Wenn es ein Online-Formular gibt, dann benutze es.

Natürlich sind auch hier Tippfehler & Co. in deiner Bewerbung vollkommen fehl am Platz – schließlich willst du dich von deiner besten Seite zeigen.

In vielen Fällen ersetzt das Online-Formular den Lebenslauf. Du füllst einfach die entsprechenden Felder aus. Dazu solltest du alle Informationen parat haben – am besten als „Spickzettel“ auf deinem Schreibtisch. Zeugnisse und Bescheinigungen kannst du meistens als digitale Anlagen (Bilder oder PDFs) mitschicken. Wichtig ist, dass deine digitalen Bewerbungsunterlagen in guter Auflösung vorliegen und gut lesbar sind. Gleichzeitig sollten deine Anhänge nicht über 3 MB groß sein. Alles andere kann Schwierigkeiten beim Verschicken und Hochladen geben.

Jetzt hast du es fast geschafft. Kontrolliere noch einmal, ob du alle Dokumente für deine Bewerbung zusammen hast und ordne sie in dieser Reihenfolge:

  • Anschreiben. Das Bewerbungsanschreiben liegt immer extra außerhalb deiner Bewerbungsmappe, bei Online-Bewerbungen per E-Mail setzt du das Anschreiben in die eigentliche Mail, der Rest kommt in die Anlagen.
  • Deckblatt (wenn du eines verwenden möchtest)
  • Lebenslauf
  • die „Dritte Seite“ (wenn du eine schreiben möchtest)
  • Zeugnisse, Bescheinigungen als Kopie

Das sieht doch gut aus!
Jetzt kommt fast das Wichtigste für deine erfolgreiche Bewerbung: Gib deine fertigen Bewerbungsunterlagen deinen Eltern, Freunden oder Lehrern zum Lesen. Sie helfen dir sicher gern. So kannst du Fehler wie diese vermeiden:

  • falsche oder unvollständige Adresse im Anschreiben
  • fehlende Betreffzeile oder falsches bzw. veraltetes Datum im Anschreiben
  • Verwendung der allgemeinen Grußformel „Sehr geehrte Damen und Herren“, statt den Empfänger persönlich anzusprechen
  • fehlende Gliederung/zu wenige Absätze im Anschreiben oder auf der „Motivationsseite“ deiner Bewerbung
  • Tipp-, Rechtschreib-, Stil- und Zeichensetzungsfehler
  • Verwendung von Automaten-/Urlaubs- oder verknickten Bildern als Bewerbungsfotos
  • fehlende bzw. unvollständige Anlagen
  • unterschiedliche Schriftgrößen und Schrifttypen in Lebenslauf und Anschreiben