Gießereimechaniker/in: Handformguss

Gießereimechaniker/in: Handformguss

Manche mögen’s heiß!

Egal wie hart das Metall ist, mit dem du es als Gießereimechaniker/in zu tun hast: Du bringst es zum Schmelzen! Denn dein Job ist es, heißes Metall zu neuen Gussprodukten zu formen. Die Gussformen dafür stellst du per Hand oder maschinell her, der Gussvorgang selbst wird in jedem Fall von hochmodernen Gießereianlagen übernommen. Diese Anlagen bedienst du souverän und sorgst für ihren störungsfreien Betrieb.

Doch das ist noch nicht alles: Die erkalteten Rohlinge müssen herausgetrennt, auf ihre Qualität geprüft und für die weitere Verarbeitung vorbereitet werden. Gute Zusammenarbeit im Team spielt dabei eine große Rolle. Als Spezialist für alle Varianten des Schmelzens fertigst du Gussprodukte je nach Fachrichtung als Einzelstücke, in Kleinserie oder in Massenproduktion. Gießereimechaniker/innen werden in drei Fachrichtungen ausgebildet.

Reportage: Daniel Emmrich, Azubi bei der Federal-Mogul Nürnberg GmbH, berichtet über seine Ausbildung zum Gießereimechaniker – ein Job für junge Leute mit Interesse an modernster Technik!

Fachrichtung: Druck- und Kokillenguss
In deinem Job als Gießereimechaniker/in der Fachrichtung Druck- und Kokillenguss lernst du die verschiedensten Gusstechniken kennen. Während du beim Druckguss dafür sorgst, dass das flüssige Metall unter Druck in die Form gepresst wird, verwendest du beim Kokillenguss wiederverwendbare Metallformen (Kokillen), also Formen aus Gusseisen oder Stahl, für die Schmelze. Auch mit Materialkenntnissen kannst du punkten, denn in den Schmelzöfen hast du es vorwiegend mit Nichteisenmetallen wie Aluminium, Zink, Kupfer und Magnesium zu tun.
Da sich der Einsatz der wiederverwendbaren Metallformen nur für die Serienfertigung lohnen, bist du hauptsächlich dort tätig und überwachst anhand von Messwerten den Schmelz- und Gießprozess.

Fachrichtung: Handformguss
Handformgießer/in bist du Spezialist/in in Sachen metallene Einzelteile: tonnenschwere Bauteile für große Maschinen oder leichte und kleine Präzisionsteile. Die Formen dafür fertigst du von Hand, denn im Handformguss werden nur Einzelstücke oder kleinere Serien hergestellt. Bei deinen Gussformen handelt es sich meist um Sandgussformen. Dazu bettest du Modellteile in so genannten Formkästen, die mit Formsand gefüllt sind und verdichtest den Sand. Der Formsand bildet die Gestalt des Modells nach – und fertig ist die Gussform! In Schmelzöfen schmilzt und legierst du Metalle und gießt die Schmelze in die Gussform. Sobald das Werkstück erkaltet ist, geht deine Arbeit weiter. Du befreist es von der Form und prüfst, ob Risse oder Hohlräume entstanden sind und ob es mit den Vorgaben übereinstimmt.

Fachrichtung: Maschinenformguss
In der Fachrichtung Maschinenformguss wirst du zum Experten für moderne Schmelzöfen, Form- und Gießanlagen. Da du für die Produktion hoher Stückzahlen – z. B. von Motorblöcken oder Turbinenteilen – zuständig bist, kann ein bisschen maschinelle Hilfe ja nicht schaden. Du bedienst Einzelformmaschinen oder überwachst vollautomatische Formanlagen dabei, wie sie eine Form nach der anderen herstellen und z. B. mit flüssigem Aluminium füllen. Damit dieser Prozess reibungslos von statten geht, bist du dafür verantwortlich, Störungen der Anlagen zu erkennen und zu beseitigen. Auch die Wartung der Maschinen und die Prüfung der Gussqualität der fertigen Gussstücke gehören zu deinen Aufgaben.